Wie eine Thermosiphonanlage funktioniert, steht auf der Seite zu Solar-Warmwasser und ausführlich in dem Leitfaden, wie ein solarer Warmwasserbereiter funktioniert. Dieser Text beantwortet die andere Hälfte der Frage, die auf keiner Herstellerseite steht und für Eigentümer einer Immobilie in Spanien meist die entscheidende ist: Wohin darf der Speicher überhaupt, wer muss zustimmen, was gibt die Gemeinde zurück, und was verlangt die Anlage über fünfzehn Jahre von Ihnen — gerade dann, wenn das Haus die Hälfte des Jahres leer steht.
Der Speicher muss über dem Kollektor sitzen — und das entscheidet fast alles
Ein Thermosiphon hat keine Pumpe. Das ist sein größter Vorzug und zugleich seine einzige harte Bedingung: Die Schwerkraft übernimmt die Zirkulation, also muss der Speicher physisch über dem Kollektor stehen, in derselben Baugruppe, sichtbar. In einen Technikraum verlegen lässt er sich nicht.
- Villa, Reihenhaus, eigene Dachterrasse. Der unkomplizierte Fall. Platz ist da, die Baugruppe wird auf die Windlasten des Dachs verankert — die Anlage ist für 30 m/s, Windstärke 11, und 35 mm Hagel ausgelegt — und an den vorhandenen Warmwasserkreis angeschlossen.
- Wohnung in einer Eigentümergemeinschaft. Hier ist es kein technisches, sondern ein rechtliches Thema. Das Dach ist in der spanischen comunidad de propietarios in der Regel Gemeinschaftseigentum; ein sichtbarer 150-Liter-Speicher darauf braucht den Beschluss der Gemeinschaft. Wir klären das vor dem Angebot, nicht danach.
- Altstadt oder geschützte Ortslage. Manche Gemeinden machen Vorgaben dazu, was auf einem Dach sichtbar sein darf. Das ist eine Frage an das Bauamt und gehört an den Anfang des Vorhabens.
Das Haus, das monatelang leer steht
Ein großer Teil der Objekte, an denen wir arbeiten, sind Zweitwohnsitze. Stillstand schadet einem Thermosiphon nicht, aber es gibt eine Herstelleranweisung, die kaum jemand befolgt: Wird die Anlage länger als 72 Stunden nicht genutzt, ist die Kaltwasserzufuhr zum System zu schließen. Sie steht in der Montageanleitung des Enera PRO. Das ist der Unterschied zwischen einem unversehrten Gerät im September und einem Speicher, der den ganzen August auf hoher Temperatur gearbeitet hat, ohne dass jemand einen Tropfen entnommen hätte.
Die zweite nützliche Zahl für ein Zweithaus ist die Wärmeträgheit: Der Speicher hält seine Temperatur bis zu 72 Stunden ohne Sonne. Zwei trübe Tage bedeuten also keine kalte Dusche — eine Anlage, die am selben Nachmittag warm ist, an dem Sie ein drei Monate verschlossenes Haus öffnen, ist es aber auch nicht.
Was tatsächlich kaputtgeht — und was die Garantie kostet
Die Magnesiumanode. Ein Opferteil: Sie korrodiert, damit der Speicher es nicht tut. Beim reinen Solarmodell wird sie etwa alle 6 Jahre getauscht, bei der Version mit Heizstab alle 3 Jahre, weil diese den Speicher stärker beansprucht. Der fristgerechte Tausch ist Bedingung der zweijährigen Garantie — ein Punkt, der beim Vergleich der beiden Varianten oft übersehen wird: Die Version, die im Januar für Sicherheit sorgt, verlangt auch doppelt so häufig Aufmerksamkeit.
Befüllen bei praller Sonne mit leeren Röhren. Die Anleitung schließt das ausdrücklich von der Garantie aus. Eine trockene Vakuumröhre erreicht in der Julisonne sehr hohe Temperaturen; kaltes Wasser hineinzugeben ist die typische Folge einer Inbetriebnahme am frühen Nachmittag statt in der Morgen- oder Abenddämmerung. Genau deshalb wird das Gerät nicht als Selbstbausatz verkauft: ENERA montiert schlüsselfertig.
Was Sie nie tun müssen: die Röhren innen entkalken. Sie sind versiegelt und trocken, Wasser gelangt nie hinein. In einer Region mit stark mineralisiertem Wasser ist genau das die Wartung, die der alten Solarthermie ihren Ruf gekostet hat. In staubigen Lagen genügt gelegentliches Abspülen von außen.
„Ich habe doch schon Photovoltaik“
Der häufigste Einwand von Eigentümern, die bereits eine PV-Anlage haben — und er beruht fast immer auf einer Übertragung deutscher Verhältnisse. In Spanien gilt die compensación de excedentes: Der ins Netz abgegebene Strom wird auf derselben Monatsrechnung gegen den bezogenen Strom verrechnet. Ihr Überschuss ist also nicht verloren, sondern wird zur Gutschrift. Wichtig: Es ist keine Einspeisevergütung nach deutschem Muster; die Gutschrift mindert den Energieanteil der Rechnung, die festen Netzentgelte bleiben, und sie wird unterhalb dessen bewertet, was Sie für dieselbe Kilowattstunde bezahlen.
Aufs Warmwasser übertragen: den Speicher mit exportiertem und anschließend wieder bezogenem Strom zu erwärmen ist der teure Weg. Je Quadratmeter Dachfläche deckt ein thermischer Kollektor die Warmwasserlast deutlich besser als Module, die einen Elektroboiler speisen. Beides ergänzt sich: Der Thermosiphon nimmt das Warmwasser von der Rechnung, Ihre PV-Erzeugung bleibt für Klimatisierung, Haushaltsgeräte und Auto frei. Mit Ihrer echten Rechnung rechnet der Solarrechner beides gegeneinander.
IBI-Ermäßigung: welche Gemeinden Solarthermie überhaupt nennen
Die IBI zahlt in der Regel der ausländische Eigentümer — und weiß am seltensten, dass es überhaupt eine Ermäßigung geben könnte. Die folgenden Angaben stammen aus den ordenanzas fiscales und dem Handbuch der spanischen Steuerbehörde selbst, nicht aus Vergleichsportalen, und wurden am 5. August 2026 geprüft. Ordenanzas werden jeden Herbst neu beschlossen und gelten ab 1. Januar.
Regionaler Einkommensteuerabzug der Comunitat Valenciana: 40 % der Investition am Hauptwohnsitz, 20 % an einer Zweitwohnung, auf eine Bemessungsgrundlage von bis zu 8.800 € je Wohnung und Jahr. Die Zahlung muss nachvollziehbar sein — Karte, Überweisung, Scheck oder Bankeinzahlung —, und was durch öffentliche Zuschüsse gedeckt ist, zählt nicht mit. Das Handbuch nennt ausdrücklich auch die thermische Erzeugung.
Auf Gemeindeebene fällt es sehr unterschiedlich aus — dort, wo wir Solarthermie installiert und den amtlichen Text gelesen haben:
- Altea: 25 % IBI-Ermäßigung über drei Steuerperioden bei überwiegend zu Wohnzwecken genutzten Objekten, wobei der ermäßigte Gesamtbetrag auf 50 % der Anlagekosten begrenzt ist, dazu 95 % auf die ICIO. Solarthermie ist ausdrücklich genannt.
- Torrevieja: 50 % IBI über drei Jahre, für thermische und/oder elektrische Solaranlagen, nicht jedoch dort, wo die Installation ohnehin vorgeschrieben ist. Für Thermie werden mindestens 4 m² Kollektorfläche verlangt.
- El Campello: 50 % IBI über fünf Jahre, wirksam ab dem Jahr nach der Antragstellung, nachzuweisen mit Rechnungen eines zugelassenen Installateurs; ebenfalls 4 m² Kollektorfläche, und die Wohnung muss mindestens ein Jahr Hauptwohnsitz des Antragstellers gewesen sein. Dazu 50 % auf die ICIO.
- Dénia: bis zu 50 % IBI über drei Perioden und bis zu 25 % über zwei weitere, gestaffelt nach Katasterwert — der Höchstsatz gilt nur für die unterste Stufe und sinkt darüber auf 20 % und 10 %. Mindestens 4 m² Kollektorfläche; ICIO 95 %, nur auf den Solaranteil des Bauvolumens.
- Elche: 50 % IBI einmalig und für höchstens drei Steuerperioden. Als einzige Gemeinde dieser Liste knüpft sie an die Thermie eine Leistungsbedingung: mindestens 70 % des jährlichen Warmwasserbedarfs nach CTE DB HE-4.
Und der Teil, den niemand veröffentlicht: In manchen Gemeinden gibt es gar nichts. Wir haben die ordenanzas fiscales von Finestrat, La Nucía und Benidorm gelesen — drei Gemeinden, in denen wir Anlagen betreiben — und keine der drei kennt eine Solarermäßigung, weder bei der IBI noch bei der ICIO. Das ist ein Befund, keine Lücke. Diese Ermäßigungen sind freiwillig; schließen Sie nie von der Nachbargemeinde auf Ihre.
Wo wir Thermosiphonanlagen installiert haben
In unserem anonymisierten Anlagenbestand — 583 Anlagen mit Stand 20. August 2026 — sind 231 Solar-Warmwasseranlagen und nicht Photovoltaik. Das ist knapp 40 %. Die Gemeinden mit den meisten thermischen Anlagen:
- Torrevieja — 16
- Finestrat — 11
- Altea — 10
- Orihuela — 9
- El Campello — 7
- La Nucía — 6
- Calpe — 5
- Dénia — 4
- Elche — 4
- Santa Pola — 4
- Benidorm — 2
- Lloret de Mar — 2
Das ist der Bestand, den wir ohne Rückschluss auf einzelne Kunden veröffentlichen können, nicht die vollständige Firmenhistorie. Jede verlinkte Gemeindeseite führt die PVGIS-Einstrahlungswerte und die geprüften Förderungen dieser Gemeinde.
Was wir montieren
Die Anlage ist der Enera PRO 150 L, wahlweise rein solar oder mit 1500-W-Heizstab und Regler 619-F. Innenspeicher aus Edelstahl 316 mit Kupfer-Wärmeübertragerkopf, Vakuumröhren Φ58 × 1800 mm aus Borosilikat 3.3 mit CPC-Parabolreflektoren, 6 bar Betriebsdruck, 45–90 °C Brauchwassertemperatur, Auslegungslebensdauer fünfzehn Jahre und mehr. Die Preise inkl. MwSt., geliefert und montiert, stehen auf der Kategorieseite — dort aktualisieren sie sich selbst, weshalb in diesem Text bewusst keine Euro-Zahl von Hand steht.
Für die Auslegung brauchen wir drei Angaben: wie viele Personen dauerhaft im Haus wohnen, wie das Dach aussieht und welches Warmwassersystem Sie heute haben. Beginnen Sie mit dem Solarrechner oder direkt über Kontakt. Reichen 150 Liter nicht, lassen sich laut Hersteller mehrere Geräte in Reihe oder parallel auf einem gemeinsamen Kreis verbinden.
Häufige Fragen
Darf ich in einer spanischen Eigentümergemeinschaft eine Solaranlage aufs Dach setzen?
Technisch ja, rechtlich braucht es meist einen Beschluss. Der Speicher muss über dem Kollektor und im Freien stehen, üblicherweise auf dem Dach — und das Dach ist in der comunidad de propietarios in der Regel Gemeinschaftseigentum. Wir prüfen das vor dem Angebot.
Gibt es in Spanien eine IBI-Ermäßigung für Solarthermie?
In manchen Gemeinden ja, in anderen nicht, und automatisch ist sie nie. Altea, Torrevieja, El Campello, Dénia und Elche ermäßigen die IBI für thermische Solaranlagen, jeweils mit eigenen Bedingungen, Fristen und Obergrenzen. In Finestrat, La Nucía und Benidorm haben wir die ordenanzas fiscales gelesen und keinerlei Solarermäßigung gefunden.
Was mache ich mit der Anlage, wenn das Haus monatelang leer steht?
Der Hersteller weist an, die Kaltwasserzufuhr zu schließen, wenn die Anlage länger als 72 Stunden ungenutzt bleibt. Eine einfache Vorsichtsmaßnahme, die für Zweitwohnsitze besonders relevant ist. Der Speicher selbst hält die Temperatur bis zu 72 Stunden ohne Sonne.
Bekomme ich in Spanien eine Einspeisevergütung für meinen Überschuss?
Nein, nicht nach deutschem Muster. Spanien arbeitet mit der compensación de excedentes: Der eingespeiste Strom wird auf derselben Monatsrechnung gegen den bezogenen verrechnet. Die Gutschrift mindert den Energieanteil der Rechnung, die festen Netzentgelte bleiben, und sie liegt unter dem Preis, den Sie für dieselbe Kilowattstunde zahlen. Warmwasser über exportierten und wieder bezogenen Strom zu erzeugen ist deshalb der teure Weg.
Was kostet mich die Garantie, wenn ich die Anode nicht tausche?
Der fristgerechte Anodentausch — etwa alle 6 Jahre rein solar, alle 3 Jahre mit Heizstab — ist Bedingung der zweijährigen Garantie. Ebenfalls ausgeschlossen ist das Befüllen des Speichers bei praller Sonne mit leeren Röhren, der klassische Fehler einer Inbetriebnahme am Sommernachmittag.
Ersetzt die Anlage meinen Gasboiler?
Sie kann, sie muss aber nicht. Als Solarvorwärmung vor einem vorhandenen Gas- oder Elektrogerät muss das alte Gerät nur noch die Differenz liefern. Das reine Solarmodell braucht überhaupt keinen Strom; die Version mit 1500-W-Heizstab und Regler 619-F bringt den Speicher nach Zeitprogramm auf Solltemperatur — die Wahl der meisten, wenn die Anlage die einzige Warmwasserquelle sein soll.



